aus dem aktuellen Gedankenflyer des Bistums Hildesheim
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Verantwortlich:
Andrea Rehn-Laryea
(Dipl. Theol., Pastoralreferentin)
Katholische Urlauberseelsorge in der Lüneburger Heide
Frankenweg 4
21385 Amelinghausen
Tel: 04132 - 910238
Fax: 04132 - 910239
eMail: kirche-in-der-heide(at)t-online.de
Hoffnungszeichen
Wenn das Rot des Blutes fließt,
nicht als Zeichen von Gewalt,
sondern als lebendige Spende,
ein Menschenleben zu retten,
Wenn helles Orange auflodert,
nicht weil Häuser der Ärmsten brennen,
sondern als farbige Frucht jedem Kind
zu Nahrung und Gesundheit dient,
Wenn aus dem Gelb der Augen nicht
die alkoholkranke Leber blickt,
sondern sich darin die reiche Ernte
eines reifen Getreidefeldes spiegelt,
Wenn das Grün nicht achtlos weggeworfen wird
als Schimmel am Überfluss der zu Reichen,
sondern als Schöpfung bewahrt wird und gepflegt
als überlebensnotwendiges Geschenk,
Wenn das Blau nicht mehr steht für Depression
und Flucht in eine Abhängigkeit,
sondern für klares, sauberes Wasser,
reinigend, erfrischend und Leben schenkend,
Wenn das Violett auf der Haut
nicht mehr spricht von häuslichen Schlägen,
sondern als duftende Blüte im Haar
Gerechtigkeit für Frauen präsentiert,
Wenn das zarte Pink eines Sonnenaufgangs,
auf das Gesicht eines Neugeborenen fällt
und beide hoffnungsvolle Zeichen werden
für einen neuen Tag und neues Leben,
Wenn weiß und schwarz sich
im Rund des Balls vereinen,
der unter dem bunten Himmelsbogen
in einem hohen Bogen fliegt,
dann steckt darin urmenschliche Hoffnung
nach Leben in Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit,
für alle Regenbogennationen der Welt
ein Leben in Fülle in Ewigkeit.
(Andrea Rehn-Laryea, zur WM Sommer 2010)
Licht
aus dem Schutz
begrenzender Enge
das Licht der Welt
erblicken
Trost erfahren
in Kinderangst
durch warmen Schein
eines Nachtlichts
und Geborgenheit durch
ich bin doch da
geleitet werden bei
Dunkelheit und schlechter Sicht
durch Licht reflektierende
Begrenzungslinien
Wegweisung erhalten
durch Leuchtturmstrahlen
in stürmischen Zeiten
vorbei an Klippen
in stillere Wasser
Licht
von Finsternis geschieden
am ersten Beginn
wegweisende Feuersäule
aus Knechtschaft
ins gelobte Land
als orientierender Stern
zum Kind in der Krippe
Trauer und Angst
tröstende Morgensonne
am Auferstehungstag
aufstrahlend
in jedem Angesteckten
mit neuem Blick
auf alle Welt
Licht
in Wohnungen,
Büros und Straßen
an Adventskranz
und im Tannenbaum
im glitzernd, funkelnden Feuerwerk
auf festlichen Tischen
Geburtstagskuchen
in Osterfeuer und Osterkerze
in Nachtlicht und Laterne gehen
im Ich-denk-an-dich-
und Ich-vermisse-dich-Licht
aus Alltäglichem strahlt
das Licht, das spricht:
Strahlt an und aus
Ihr seid das
Licht
(Andrea Rehn-Laryea. 2010)
Kinder in der Kirche
eins gelangweilt
schaut sich um
sieht nach oben
nach rechts, nach links
betrachtet die Menschen
um sich herum
soll nach vorne blicken
sagt Mama
sich konzentrieren
zuhören
aber nicht so zappeln
eins fasziniert
als die kleinen Glocken läuten
klatscht begeistert mit
und jauchzt
viele schmunzeln
soll still sein
sagt Papa
und die Hände leise falten
keinen Lärm damit machen
andächtig sein
eins will sitzen
nicht mehr stehen
wird hochgezogen
versucht es immer wieder
zu zweit zerren sie an ihm
soll stehen
zischen sie
so wie alle
nach vorne schauen
in der Kirche muss man tun
was alle machen
Jesus war auch mal Kind
hat sicher rumgezappelt
sich beim Gebet die Langeweile vertrieben
und die Leute angeschaut
hat begeistert in die Hände geklatscht
und gejauchzt
ist sicher zur Ordnung gerufen worden
hat später diese zappeligen,
begeisterten, eigenwillig starken Kinder
uns zum Vorbild gegeben:
wer nicht so wird wie eines dieser Kinder
kann nicht ins Reich Gottes kommen
trotzdem:
im nächsten Gottesdienst werde ich
weder zappeln
noch klatschen
(außer, wenn es alle tun)
noch jauchzen
aber die Leute
schaue ich mir wieder an
besonders die Kinder
(Andrea Rehn-Laryea)