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Freche und/oder meditative Texte

aus dem aktuellen Gedankenflyer des Bistums Hildesheim

alle Rechte der Texte liegen bei den AutorInnen!

 

  

 

 

  
 

Links:

(total subjektiv)

www.bzw-weiterdenken.de: Philosophisches und Politisches aus Frauenperspektive

www.publik-forum.de: Zeitschrift kritischer Christen

www.amelinghausen.de: immer eine Reise wert

www.alt-katholisch.de/gemeinden/gemeinden/gemeinde-hamburg: unsere altkatholischen MitpilgerInnen

www.katholische-kirche-lueneburg.de: wie der Name schon sagt

www.viaduk.de: evangelische Kirche in Lüneburg

www.diomira.de: die Kirchensuchmaschine

www.godehard-amelinghausen.de: kleine aber feine Kirchen-HP

 

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Verantwortlich:

Andrea Rehn-Laryea

(Dipl. Theol., Pastoralreferentin)

Katholische Urlauberseelsorge in der Lüneburger Heide

Frankenweg 4

21385 Amelinghausen

Tel: 04132 - 910238

Fax: 04132 - 910239

eMail: kirche-in-der-heide(at)t-online.de

 

Mal freche, mal fromme meditativ-lyrische Texte:

Hoffnungszeichen

 

Wenn das Rot des Blutes fließt,

nicht als Zeichen von Gewalt,

sondern als lebendige Spende,

ein Menschenleben zu retten,

Wenn helles Orange auflodert,

nicht weil Häuser der Ärmsten brennen,

sondern als farbige Frucht jedem Kind

zu Nahrung und Gesundheit dient,

Wenn aus dem Gelb der Augen nicht

die alkoholkranke Leber blickt,

sondern sich darin die reiche Ernte

eines reifen Getreidefeldes spiegelt,

Wenn das Grün nicht achtlos weggeworfen wird

als Schimmel am Überfluss der zu Reichen,

sondern als Schöpfung bewahrt wird und gepflegt

als überlebensnotwendiges Geschenk,

Wenn das Blau nicht mehr steht für Depression

und Flucht in eine Abhängigkeit,

sondern für klares, sauberes Wasser,

reinigend, erfrischend und Leben schenkend,

Wenn das Violett auf der Haut

nicht mehr spricht von häuslichen Schlägen,

sondern als duftende Blüte im Haar

Gerechtigkeit für Frauen präsentiert,

Wenn das zarte Pink eines Sonnenaufgangs,

auf das Gesicht eines Neugeborenen fällt

und beide hoffnungsvolle Zeichen werden

für einen neuen Tag und neues Leben,

Wenn weiß und schwarz sich

im Rund des Balls vereinen,

der unter dem bunten Himmelsbogen

in einem hohen Bogen fliegt,

dann steckt darin urmenschliche Hoffnung

nach Leben in Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit,

für alle Regenbogennationen der Welt

ein Leben in Fülle in Ewigkeit.

(Andrea Rehn-Laryea, zur WM Sommer 2010)

Licht

aus dem Schutz

begrenzender Enge

das Licht der Welt

erblicken

Trost erfahren

in Kinderangst

durch warmen Schein

eines Nachtlichts

und Geborgenheit durch

ich bin doch da

geleitet werden bei

Dunkelheit und schlechter Sicht

durch Licht reflektierende

Begrenzungslinien

Wegweisung erhalten

durch Leuchtturmstrahlen

in stürmischen Zeiten

vorbei an Klippen

in stillere Wasser

Licht

 

von Finsternis geschieden

am ersten Beginn

wegweisende Feuersäule

aus Knechtschaft

ins gelobte Land
 

als orientierender Stern

zum Kind in der Krippe

Trauer und Angst

tröstende Morgensonne

am Auferstehungstag
 

aufstrahlend

in jedem Angesteckten

mit neuem Blick

auf alle Welt

Licht

 

in Wohnungen,

Büros und Straßen

an Adventskranz

und im Tannenbaum

im glitzernd, funkelnden Feuerwerk

auf festlichen Tischen

Geburtstagskuchen

in Osterfeuer und Osterkerze

in Nachtlicht und Laterne gehen

im Ich-denk-an-dich-

und Ich-vermisse-dich-Licht

 

aus Alltäglichem strahlt

das Licht, das spricht:

Strahlt an und aus

Ihr seid das

 

Licht

(Andrea Rehn-Laryea. 2010)

 

Kinder in der Kirche

eins gelangweilt

schaut sich um

sieht nach oben

nach rechts, nach links

betrachtet die Menschen

um sich herum

 

soll nach vorne blicken

sagt Mama

sich konzentrieren

zuhören

aber nicht so zappeln

 

eins fasziniert

als die kleinen Glocken läuten

klatscht begeistert mit

und jauchzt

viele schmunzeln


soll still sein

sagt Papa

und die Hände leise falten

keinen Lärm damit machen

andächtig sein

eins will sitzen

nicht mehr stehen

wird hochgezogen

versucht es immer wieder

zu zweit zerren sie an ihm

 

soll stehen

zischen sie

so wie alle

nach vorne schauen

in der Kirche muss man tun

was alle machen
 

Jesus war auch mal Kind

hat sicher rumgezappelt

sich beim Gebet die Langeweile vertrieben

und die Leute angeschaut

hat begeistert in die Hände geklatscht

und gejauchzt

ist sicher zur Ordnung gerufen worden
 

hat später diese zappeligen,

begeisterten, eigenwillig starken Kinder

uns zum Vorbild gegeben:

wer nicht so wird wie eines dieser Kinder

kann nicht ins Reich Gottes kommen

trotzdem:

im nächsten Gottesdienst werde ich

weder zappeln

noch klatschen

(außer, wenn es alle tun)

noch jauchzen

 

aber die Leute

schaue ich mir wieder an

besonders die Kinder

(Andrea Rehn-Laryea)

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